Uristier 2026
Donnerstag vor Uristier: Luzern 20:00; 35°C. Eigentlich wäre ein Regattatraining angesetzt, aber es ist viel zu heiss und zudem "kein Wind". Ein Omega-Hoch hält uns fest im Griff. Wie mag das wohl am Wochenende werden? Kann sich bei dem kleinen Temperaturunterschied und den Gewitterwolken über den Alpen eine Thermik aufbauen? Wir studieren verschieden Wetter-App's bis wir eine passende gefunden haben die uns 15-20 km/h Wind vorhersagt. Zufrieden stossen wir auf ein tolles Wochenende an.
Samstag 10:00: Wir kommen gerade mit unser J70 im Schlepp im Fallenbach an wo wir eine perfekt vorbereitete Infrastruktur vorfinden. Unser Bootplatz ist mit "el Miracle" beschriftet, das Rennbüro gibt die letzten Instruktionen, die Hafenbar bietet Kaffee & Gipfeli und die Rennleitung / Bojenleger sind bereits in den Startlöchern. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Organisation. Toll, dass ihr uns so eine schöne Plattform bietet, damit wir uns auf dem Wasser "austoben" dürfen.
Sonntag kurz vor 15:00: 5ter und letzter Lauf vom Uristier. Alle sind leicht übermotiviert was natürlich zu einem Massen-Frühstart führt. Der 2te Versuch gelingt. El Miracle: Start suboptimal. Wir sind im Abwind eines Racer 1. Es gibt immer zwei Optionen: Unten durch oder Wenden. Leider kommt Wenden nicht in Frage, denn da verklemmt ein weiterer Racer 1 den Weg, also entscheiden wir uns für.... dritte Option: "Durchhalten" bis sich das Problem von selber löst. Nach einer Situationsanalyse stellen wir fest, dass die anderen Racer 2 ziemlich nahe sind. Nur unser Konkurrent auf der virtuellen Rangliste, die 213 ist nirgends zu sehen - super - gerade den aus den Augen zu verlieren. Aber da kommt die 244 mit zu viel Speed und Höhe auf dem anderen Bug daher. Die werden sicherheitshalber gleich mal in den "Abwind gestellt". Dies lässt der junge Erismann natürlich nicht auf sich sitzen und wendet weg - wir nach. Gerade als wir zu einer weiteren Wende ansetzen wollen, hat unser Taktiker ein Windfeld rechts entdeckt - wir entscheiden zu bleiben. Ob das mal gut kommt, denn weiter links ist auch doch die 201, Alfred, und andere 2er Nummern.
In der Nähe der Luvtonne finden wir dann die 213 wieder, können vor ihr passieren und wenden auf die Tonne. Ein Rascheln hinter uns, ein 150 Quadratmeter Genaker nimmt uns den Wind - anluven zwecklos. Also fahren wir tief, was sich gut anfühlt. Unser Taktiker gibt sie endgültige Bestätigung: "Auf der anderen Seite hat es auch nicht viel Wind". Der Wind wird löchriger - die Leetonne kommt näher - aber was ist den das? Wo kommt nun Philipp mit der 219 her? Eben auf der anderen Seite, die nicht viel Wind hat.... soviel zur richtigen Taktik. Taktik wird nun aber einfacher, denn nun gilt: "Die andere Seite". Wir versuchen die drehenden, abnehmenden Winde optimal auszufahren und sehen und mal vor Phillip um 30 Sekunden später zur Erkenntnis zu kommen: "Es reicht doch nicht". Abgerechnet wird aber bekanntlich im Ziel, das heisst mit Bahnabkürzung an der Luvtonne. Ein guter "Pfupf", darauf ein motivierender Ruf: "G'wecht", puscht uns hoch. Wir passieren nach zwei Racer 1 und 30m vor der 219.
Danke für die tollen Regattaerlebnisse.
243 el Miracle, Andi